Wettanbieter mit deutscher Lizenz 2026: Wer die GGL-Whitelist führt und was die Erlaubnis kostet

Updated Oktober 2026
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Stand: 20. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Ein Holzschreibtisch im Morgenlicht mit geschlossenem Notizbuch, Kugelschreiber und Kaffeetasse, daneben ein Smartphone mit dunklem Bildschirm.
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten, davon 13 hybrid und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot.

Wer in Deutschland online Sportwetten abschließt, spielt auf zwei sehr unterschiedlichen Feldern: bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis, die an die Regeln des Glücksspielstaatsvertrags gebunden sind, und bei Anbietern ohne diese Erlaubnis, die in Deutschland schlicht unerlaubtes Glücksspiel anbieten. Der Unterschied ist nicht nur juristisch, er kostet im Alltag Geld, Nerven und im Zweifel den Gewinn. Diese Seite sortiert das Feld nach dem, was die GGL-Whitelist zeigt, und legt offen, was eine deutsche Erlaubnis dem Wettenden abnimmt und was sie ihm aufbürdet.

Stand: 20. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Rechtslage: Wer in Deutschland Sportwetten veranstalten darf

Die GGL und die Whitelist als einziger Lackmustest

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) ist die zentrale Aufsichtsbehörde für Sportwetten im Internet. Sie vergibt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 27f Abs. 1 des Glücksspielstaatsvertrags 2021, der seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Die Erlaubnis deckt die Veranstaltung und die Vermittlung von Sportwetten im Internet ab. Wer ohne diese Erlaubnis in Deutschland Sportwetten anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel im Sinne von § 4 Abs. 1 GlüStV, und die GGL geht dagegen mit Untersagungsverfahren, Zahlungs- und Netzsperren vor.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine ruhige Tribüne unter bedecktem Himmel.
Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden.

Die Zahl der Untersagungsverfahren ist über die Jahre deutlich gestiegen: von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025. Im selben Jahr waren 1.843 illegale Webseiten aufgrund von Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Der Vollzug wirkt also, und er ist sichtbar.

Die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige Stelle, an der verlässlich geprüft werden kann, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt. Sie ist öffentlich, tagesaktuell und wird auf der Seite der GGL gepflegt. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 weist 30 Einträge aus: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei reine Pferdewetten-Veranstalter. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber umgekehrt beweist eine .de-Domain allein gar nichts, denn der Domain-Endung folgt keine Lizenz.

Im September 2026 standen nach Angabe der GGL 129 Veranstalter und Vermittler mit einer Erlaubnis auf der Whitelist; insgesamt 229 Glücksspielseiten sind erlaubt, alle Spielarten zusammengenommen. Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, davon 13 für den stationären und den Internetvertrieb gleichzeitig, 19 nur für den Internetvertrieb. 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten tatsächlich ein aktives Angebot.

Was die Erlaubnis erlaubt und was nicht

Eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis deckt nicht automatisch Slots, Poker oder Casinospiele ab. Diese Spielarten haben eigene Erlaubnistatbestände, eigene Auflagen und eigene Regeln zur Werbung. Wer bei einem lizenzierten Anbieter spielt, sollte vor der Anmeldung prüfen, ob der Anbieter für die gewünschte Spielart eine eigene Erlaubnis besitzt, und auf der Whitelist nachsehen, ob die Domain für diese Erlaubnis eingetragen ist. Die Whitelist führt pro Inhaber je Domain genau die Erlaubnis auf, die dort gilt, mit Erstdatum und gegebenenfalls Folgedatum. Ein Enddatum trägt die Liste nicht.

Was darf gewettet werden? Der GlüStV nennt in § 21 Abs. 1 fixe Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses, auf einen Abschnitt davon oder auf Vorkommnisse darin, einzeln oder in Kombination. Live-Wetten sind nach § 21 Abs. 3 möglich, aber nur auf den Endausgang oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind: das nächste Tor im Fußball ja, der nächste Satz im Tennis ja; der nächste Punkt im Tennis, der nächste Korb im Basketball nein. Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, wettmanipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. Esports: Die GGL stellt klar, dass Wetten auf Esports nicht möglich sind, weil Esports nicht als Sport anerkannt ist. Virtuelle Sportwetten: Deren Behandlung ist nicht abschließend geregelt, hierzu schweigt die GGL-Praxis bislang, seriös bleibt, das Angebot im Wettprogramm des Anbieters zu prüfen, bevor man setzt.

Zivilrechtliche Folgen für Spieler bei fehlender Erlaubnis

Wenn ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis tätig war, haben Zivilgerichte in mehreren Fällen die Rückzahlung der Einsätze angeordnet. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit solcher Verträge entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 Euro Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hat der Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich gehalten, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten, mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, soll diese Zusage dem Spieler nicht zum Nachteil gereichen. Eine Garantie, dass jeder einzelne Spieler sein Geld zurückbekommt, ist das nicht, der EuGH muss noch entscheiden, und die Zusage-Ausnahme bleibt in der Praxis eng.

Wer in Deutschland spielt, sollte das Thema Erlaubnis als das behandeln, was es ist: die einzige Versicherung, im Streitfall überhaupt einen deutschen Ansprechpartner und ein deutsches Aufsichtsregime zu haben. Alles andere ist Glücksspiel im juristischen Graubereich.

Spielerschutz: Was eine deutsche Erlaubnis dem Spieler abnimmt und aufbürdet

Alter, Verifikation und das eine Konto

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Die Verifikation erfolgt bei Anmeldung mit voller Identitätsprüfung nach § 6a. Ein Anbieter darf vor abgeschlossener Verifikation höchstens 72 Stunden Spielbetrieb mit einem Einzahlungslimit von 100 Euro ohne Auszahlungen erlauben, danach ist die Verifikation Pflicht. Pro Anbieter ist ein Konto erlaubt, mehrere Konten zur Umgehung von Limits sind untersagt. Die parallel zur Spielersperre laufende Aktivitätsdatei LUGAS erkennt Mehrfachkonten anbieterübergreifend und sperrt sie.

Die Silhouette einer Person sitzt am Abend am Fenster und blickt auf eine Straße, auf dem Fensterbrett steht ein Glas Wasser.
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote.

Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro und die LUGAS-Datei

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit liegt nach § 6c Abs. 1 GlüStV bei 1.000 Euro pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis hinweg. Die technische Grundlage ist die LUGAS-Limitdatei, die jeden Einzahlungsversuch gegen den Schwellenwert prüft. Wer mehr einzahlen will, kann beim Anbieter einen Antrag stellen: Eine Anhebung auf bis zu 10.000 Euro ist möglich, auf bis zu 30.000 Euro bei höchstens einem Prozent der aktiven Spielerschaft des Anbieters, jeweils nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung greift sofort, eine Anhebung frühestens nach sieben Tagen. Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt insgesamt eine Kanalisierungsquote von 77 Prozent, was bedeutet, dass 23 Prozent des Marktvolumens 2024 auf unerlaubte Angebote entfielen, die weder an LUGAS noch an OASIS angeschlossen sind.

OASIS und der Panikbutton

OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist die bundesweite Spielersperrdatei, die bei Anmeldung und Login geprüft wird. Eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler selbst eine Frist setzt, sonst mindestens ein Jahr; Fremdsperrungen durch Angehörige oder Behörden sind möglich. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus, die ohne weitere Schritte gilt. Beide Systeme greifen nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis, was den wichtigsten praktischen Vorteil der Whitelist ausmacht: Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, fällt durch dieses Netz.

Zahlungen nur auf eigenen Namen, ohne Anonymität

§ 6b Abs. 4 GlüStV erlaubt Zahlungen nur von einem Konto, das auf den Namen des Spielers läuft und bei einem Institut mit Pflichten nach dem Geldwäschegesetz geführt wird. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen, das schließt Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Lösungen auf der Anbieterseite mit deutscher Erlaubnis aus. Welche konkreten Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine Sache und steht in seinen AGB. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird der Saldo innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.

Die Sportwettensteuer: Wer sie zahlt und wer sie trägt

Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage, Wetteinsatz abzüglich der Steuer selbst, das entspricht rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags. Schuldner ist nach § 19 der Veranstalter, nicht der Spieler. Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Spieler weitergibt, ist seine Entscheidung und gehört in seine Geschäftsbedingungen. Es gibt Anbieter, die die Steuer selbst tragen, und Anbieter, die sie vom Gewinn oder vom Einsatz abziehen, der Blick ins Kleingedruckte entscheidet. Die Steuer fällt auch bei unlizenzierten Anbietern an, wer sie abführt, ist deshalb kein Lizenzbeweis.

Werbung und Bonusbedingungen

Werbung für Glücksspiel ist nach § 5 Abs. 7 GlüStV nur Inhabern einer Erlaubnis erlaubt. Das Werbeverbot zwischen 6 und 21 Uhr betrifft Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele, nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung desselben Ereignisses im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Vergütung von Affiliates nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Der GlüStV selbst enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus betragsmäßig begrenzt oder umsatzseitig deckelt. Beträge, Umsatzfaktoren und Mindestquoten kommen allein aus den AGB des jeweiligen Anbieters.

Vergleich: Die zehn Wettanbieter mit deutscher GGL-Erlaubnis

Was verglichen wird und was nicht

Die folgende Tabelle beschränkt sich auf das, was die GGL-Whitelist zu jedem Anbieter verbindlich zeigt: Whitelist-Status, Inhaber der Erlaubnis und Datum der Erst- beziehungsweise Folgeerlaubnis. Sie ist keine Bewertung der Quoten, des Wettprogramms oder der Bonusbedingungen, dafür sind die Bedingungen zu dynamisch und die AGB der Anbieter zu unterschiedlich. Sie ist die juristische Grundausstattung, auf der jede weitere Bewertung erst aufsetzen kann.

Marke GGL-Whitelist-Status Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
Bet3000 Erlaubt für Sportwetten I.B.C. Sportsbetting Limited (Malta) 22.04.2026
Winamax Erlaubt für Sportwetten WINAMAX SA (Frankreich) 29.06.2021
Tipico Erlaubt für Sportwetten Tipico Co. Limited (Malta) 09.10.2020
Sportingbet Erlaubt für Sportwetten Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportwetten Erlaubt für Sportwetten NetX Betting Limited (Malta) 19.11.2020
LeoVegas Erlaubt für Sportwetten LVSports Limited (Malta) 21.10.2024
AdmiralBet Erlaubt für Sportwetten Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bet-at-home Erlaubt für Sportwetten Bet-at-home.com Internet Limited (Malta) 02.11.2020
Betano Erlaubt für Sportwetten Betkick Sportsbetting Limited (Malta) 19.02.2021
NEO.bet Erlaubt für Sportwetten Greenvest Betting Limited (Malta) 09.10.2020

Was die Tabelle nicht zeigt

Die Tabelle verschweigt drei Dinge, die für den Alltag entscheidend sind, aber nicht aus der Whitelist abzulesen: ob der Anbieter die Sportwettensteuer selbst trägt oder an den Spieler weitergibt, wie hoch die durchschnittliche Auszahlungsquote im Wettprogramm ist, und welche Bonusbedingungen beim jeweiligen Anbieter gelten. Hier hilft nur der Blick in die AGB des Anbieters vor der Anmeldung.

Anbieter im Einzelbild

Bet3000

Bet3000 ist mit Erstdatum 22. April 2026 der jüngste Erlaubnisinhaber in dieser Auswahl, gehalten von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta. Die späte Erlaubnis erklärt sich aus der langen Vorgeschichte: Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden, wer danach starten wollte, musste die zweite Welle abwarten. Für den Spielerschaft heißt das: Whitelist-Eintrag da, Marktpräsenz noch jung.

Winamax

Winamax wird von der WINAMAX SA gehalten, einer französischen Aktiengesellschaft, die Erlaubnis wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt am 29. Juni 2021 erteilt und am 8. Dezember 2022 verlängert. Beaufsichtigt wird das Unternehmen heute von der GGL. Die Konzernherkunft aus Frankreich bringt eine Eigenheit mit: Die Plattform bedient seit Jahren den französischen Markt und hat Erfahrung mit streng regulierten Bedingungen, was sich in der deutschen Lizenz niederschlägt. Für Spieler, die einen Anbieter mit ausgewiesenem Live-Wetten-Schwerpunkt suchen, ist Winamax einen Blick wert.

Tipico

Tipico ist einer der sichtbarsten Markennamen im deutschen Sportwettengeschäft, gehalten von der Tipico Co. Limited, Erstdatum 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 9. Dezember 2022. Tipico ist zugleich Akteur im laufenden EuGH-Verfahren zur Frage, ob Spieler verlorene Einsätze aus Zeiten ohne Erlaubnis zurückfordern können. Für die Bewertung als Anbieter heute zählt das nicht, für die Beobachtung der Rechtslage ist Tipico der Lackmustest. Die Plattform deckt das volle Pre-Match- und Live-Programm ab, der Markenkern ist im deutschsprachigen Raum verankert.

Sportingbet

Sportingbet wird von der Sportingbet (Deutschland) Limited gehalten, Erstdatum 9. Oktober 2020, die im Impressum eine Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21. Dezember 2022 und eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15. November 2022 nennt, Aufsichtsbehörde ist die GGL. Die Marke ist langjährig, das Wettprogramm ist breit, im Markt tritt Sportingbet weniger laut auf als andere. Wer einen Anbieter mit klarer Whitelist-Adresse und ohne großes Marketingfeuerwerk sucht, findet hier einen ruhigen Alltagsanbieter.

Sportwetten.de

Hinter Sportwetten.de steht die NetX Betting Limited mit Sitz in Birkirkara, Malta, Erstdatum 19. November 2020, Folgeerlaubnis 16. Dezember 2022. Der Name trägt nicht zufällig den Domain-Bestandteil, Sportwetten.de positioniert sich explizit als deutscher Anbieter mit deutschem Schwerpunkt. Die Plattform wirbt stark mit Kombiwetten und Quotenboosts, was bei Sportwetten immer einen Blick auf die Mindestquoten der Bonusaktionen verdient. Die Whitelist-Adresse ist sauber.

LeoVegas

LeoVegas ist vielen als Casino-Anbieter bekannt, gehalten wird die deutsche Sportwetten-Domain Leovegas.de von der LVSports Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 21. Oktober 2024 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27. Februar 2023. Die vergleichsweise junge Sportwetten-Erlaubnis zeigt, dass LeoVegas den deutschen Markt als Sportwettenanbieter erst spät erschlossen hat. Für Spieler, die Sportwetten und Casino aus einer Hand wollen, ist die Whitelist-Konstellation beachtlich, sie ist aber nicht selbstverständlich, ein zweiter Blick auf die jeweils genutzte Domain lohnt.

AdmiralBet

AdmiralBet wird von der Greentube Betting Malta Limited gehalten, einer Tochter des österreichischen Novomatic-Konzerns. Die Erlaubnis für AdmiralBet datiert auf den 9. Oktober 2020, es folgten Folgeerlaubnisse am 13. Dezember 2022 und am 29. Juli 2024, was die längste Erlaubniskette in dieser Auswahl ist. Für die Domain slots.admiralbet.de besteht zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. September 2022. Die Verbindung zu Novomatic bringt eine starke Präsenz im stationären Wettgeschäft mit, der Internet-Auftritt ist die digitale Verlängerung eines stationären Geschäfts.

bet-at-home

bet-at-home wird von der Bet-at-home.com Internet Limited gehalten, Erstdatum 2. November 2020, Folgeerlaubnis 22. Dezember 2022, dazu eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022. Die Marke gehört zu den bekannteren Namen im europäischen Online-Sportwettenmarkt und ist seit Jahren in Deutschland aktiv. Das Wettprogramm ist breit, der Fokus liegt auf Pre-Match-Wetten, wer ein eingespieltes Angebot ohne viel Marketingrauschen sucht, ist hier richtig.

Betano

Betano wird von der Betkick Sportsbetting Limited gehalten, einem österreichischen Unternehmen im Besitz von Stoiximan, das im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis erhielt. Die Plattform tritt im deutschen Markt vergleichsweise jung auf, ist in Südosteuropa aber schon länger etabliert. Die Stoiximan-Herkunft bringt Expertise aus stark regulierten Märkten mit, was sich in der deutschen Lizenz niederschlägt. Betano fällt durch aggressive Quotenboosts auf, was im Werbeverhalten und in der Promostruktur seinen Niederschlag findet.

NEO.bet

NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited gehalten, Erstdatum 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 22. Dezember 2022. Der Anbieter positioniert sich als spezialisierter deutscher Sportwettenanbieter mit einem schlanken Wettprogramm und einem klaren Fokus auf die Kernmärkte Fußball, Tennis und Basketball. Die Whitelist-Adresse ist sauber, das Angebot ist nicht das breiteste im Feld, aber es ist fokussiert. Für Spieler, die einen nüchternen Anbieter ohne Spielhalle und Casino-Anbau suchen, ist NEO.bet die richtige Adresse.

Was eine deutsche Erlaubnis den Wettenden tatsächlich kostet

Der Preis des legalen Spiels

Die deutsche Erlaubnis ist kein Werbegeschenk, sie kostet den Spieler auf mehreren Ebenen. Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat schließt Hochvolumen-Spieler aus, mehr als 30.000 Euro im Monat sind nur über die genannte Härtefallregelung möglich und an nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit gebunden. Die eingeschränkten Live-Wetten-Märkte, keine Wetten auf den nächsten Punkt im Tennis, keine Wetten auf den nächsten Korb im Basketball, schneiden einen Teil des Angebots ab, den andere Märkte selbstverständlich bieten. Die Pflicht zur Verifikation vor Auszahlung und der Zwang zu eigenen Kontoverbindungen schließen Anonymität und Kryptowährungen aus. Das alles ist Spielerschutz, und es funktioniert, aber es hat seinen Preis.

Die Kanalisierungsquote als Indikator

Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt insgesamt eine Kanalisierungsquote von 77 Prozent, das heißt, 23 Prozent des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote. Im Sportwettenmarkt allein lag die Kanalisierungsquote nach der Marktanalyse der GGL auf Basis von Steuerdaten des Bundesfinanzministeriums im Jahr 2022 bei deutlich über 95 Prozent, der Marktanteil illegaler Anbieter unter fünf Prozent. Die Zahlen zeigen: Der deutsche Sportwettenmarkt ist besser kanalisiert als der Gesamtmarkt, was die Regulierung dort wirksamer macht. Wer hier spielt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der richtigen Seite.

Marktgröße und Auszahlungsniveau

Die Sportwettenanbieter mit GGL-Erlaubnis erzielten 2024 Bruttospielerträge von 1.963 Millionen Euro, ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei Wetteinsätzen von 8,2 Milliarden Euro, nach 7,9 Milliarden im Jahr 2023. Die durchschnittliche Auszahlungsquote lag bei 76 Prozent, nach 78 Prozent im Vorjahr, was ein leichter Rückgang ist und das eigentliche Signal: Die Margen der Anbieter steigen, der Anteil, der beim Spieler ankommt, sinkt. Wer die Auszahlungsquote im Auge behält, vergleicht Anbieter genau dort, wo es zählt.

Was das 1.000-Euro-Limit im Monat kostet

Der erwartete Verlust bei einem vollen Monatseinsatz

Ein Spieler, der das anbieterübergreifende Limit von 1.000 Euro pro Monat vollständig ausschöpft, wettet diesen Betrag genau einmal. Bei einem fair angenommenen Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1,90 auf beiden Seiten ergibt sich: Die Auszahlungsquote beträgt 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also 0,95, entsprechend 95 Prozent. Die Marge des Marktes liegt damit bei 1 − 0,95, also 5 Prozent des Umsatzes. Bei einem Umsatz von 1.000 Euro ergibt sich ein erwarteter Verlust von 1.000 Euro × 5 Prozent, also rund 50 Euro im Monat. Die Spannweite ist eng, der Wert ist deterministisch, er hängt nur von der angenommenen Marge ab, nicht vom Ausgang einzelner Wetten.

Wichtig: Das ist ein statistischer Mittelwert über viele Wetten unter der Annahme, dass jeder Wettende das Limit vollständig ausschöpft und auf Märkten mit 5 Prozent Marge spielt. Für den einzelnen Wettschein gilt das nicht. Wer das Limit nur halb ausschöpft, verliert im Mittel auch nur halb so viel, wer auf Märkten mit höherer Marge spielt, verliert mehr, wer auf Märkten mit niedrigerer Marge spielt, verliert weniger. Die 50 Euro sind der Erwartungswert am Limit, nicht das, was ein einzelner Spieler in einem Monat verliert.

Offshore: Warum eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht zählt

Keine Anwendbarkeit des deutschen Regimes

Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta ist keine deutsche Erlaubnis, sie begründet kein Aufsichtsverhältnis zur GGL und keinen Anschluss an OASIS oder LUGAS. Solche Anbieter dürfen in Deutschland nicht für Sportwetten werben, und sie dürfen keine Wetten von Spielern mit Wohnsitz in Deutschland annehmen, es sei denn, sie besitzen zusätzlich eine deutsche Erlaubnis. Die GGL warnt Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten und nennt dabei namentlich Plattformen wie Platincasino. Im September 2026 hat die GGL erneut vor illegalen Angeboten gewarnt.

Die praktischen Folgen für den Spieler

Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, hat im Streitfall keinen deutschen Ansprechpartner, keine deutsche Aufsichtsbehörde und kein OASIS. Die zivilrechtliche Rückforderung ist möglich, aber sie ist unsicher und vom Ausgang des EuGH-Verfahrens abhängig. Die Werbekanäle dieser Anbieter sind in Deutschland verboten, wer dennoch auf sie stößt, sollte prüfen, ob die Domain auf der Whitelist steht. Die GGL-Whitelist ist die einzige Stelle, an der eine Lizenz für Deutschland verifiziert werden kann.

Auszahlungsquoten, Wettsteuer und Vergleichbarkeit

Wie Quoten zu vergleichen sind

Die Auszahlungsquote ist der Anteil der Einsätze, den ein Markt langfristig an die Spieler zurückgibt, der Rest ist die Marge des Anbieters. Für einen Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1,90/1,90 liegt die Auszahlungsquote bei 95 Prozent, die Marge bei 5 Prozent. Bei Quoten 1,85/1,85 sinkt die Auszahlungsquote auf etwa 92,7 Prozent, die Marge steigt auf rund 7,3 Prozent. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Quoten, die Marge jedes Marktes schlägt durch und verstärkt sich, weshalb Kombiwetten für Anbieter deutlich profitabler sind als Einzelwetten.

Wann die Steuer entscheidet

Die Sportwettensteuer von 5,3 Prozent auf den Einsatz abzüglich Steuer selbst, entsprechend rund 5,03 Prozent des Einsatzes, wird vom Veranstalter geschuldet, kann aber an den Spieler weitergegeben werden. Anbieter, die die Steuer selbst tragen, bieten bei gleicher Quote mehr Nettoauszahlung, Anbieter, die sie abziehen, weniger. Bei einem 100-Euro-Einsatz auf eine Einzelwette zu Quote 2,10 bedeutet Steuerfreiheit des Spielers einen Auszahlungsunterschied von rund 5 Euro. Über das Jahr summiert sich das.

Häufige Fragen

Wie lässt sich prüfen, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?

Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist öffentlich und tagesaktuell. Sie führt pro Inhaber die erlaubten Domains, die Art der Erlaubnis (Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Pferdewetten) und das Datum der Erteilung. Wer auf der Whitelist steht, hat eine deutsche Erlaubnis, wer nicht dort steht, hat im Zweifel keine.

Was bedeutet eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis für das Einzahlungslimit von 1.000 € und das Sperrsystem OASIS?

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Kalendermonat gilt für alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis zusammen, geprüft über die LUGAS-Limitdatei. OASIS ist die bundesweite Spielersperrdatei, die bei Anmeldung und Login geprüft wird; eine Selbstaussperrung dauert mindestens drei Monate, sonst mindestens ein Jahr. Beide Systeme greifen nur bei lizenzierten Anbietern.

Warum zählt eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nicht?

Eine solche Lizenz begründet kein Aufsichtsverhältnis zur GGL und keinen Anschluss an OASIS oder LUGAS. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis betreiben in Deutschland unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Die GGL prüft die Whitelist nach § 9 Abs. 8 als einzigen Nachweis einer deutschen Lizenz, eine ausländische Lizenz ersetzt diesen Nachweis nicht.

Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer trägt sie am Ende?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage nach §§ 16-25 RennwLottG, das sind rund 5,03 Prozent des Wetteinsatzes. Schuldner ist der Veranstalter, der sie aber an den Spieler weitergeben kann. Ob und wie ein Anbieter die Steuer weitergibt, steht in seinen AGB. Die Steuer ist kein Lizenzbeweis, sie wird auch von unlizenzierten Anbietern erhoben.

Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?

Nein. Die Erlaubnis für Sportwetten deckt nicht automatisch Slots, Poker oder Casinospiele ab. Diese Spielarten haben eigene Erlaubnistatbestände und eigene Auflagen, ein Anbieter mit Sportwetten-Erlaubnis kann für Slots und Casino zusätzliche Erlaubnisse haben oder auch nicht. Die Whitelist führt pro Domain die jeweilige Erlaubnisart.

Nach welchen Kriterien werden Wettanbieter in einem Vergleich bewertet und gewichtet?

Ein solider Vergleich stellt die GGL-Whitelist an den Anfang, weil sie das juristische Fundament ist. Danach kommen die Frage der Wettsteuer, ob der Anbieter sie selbst trägt, die durchschnittliche Auszahlungsquote im Wettprogramm, die Breite der Live-Wetten, die Bonusbedingungen und die Zahlungswege. Wer vor der Anmeldung nur eines prüft, sollte die Whitelist prüfen.

Inhalt erstellt vom Team «Wett App Info»